Wichtige Erkenntnisse:
- Die Virtualisierung bietet zwar erhebliche Vorteile, doch ist es unerlässlich, neben der anfänglichen Investition auch die Gesamtbetriebskosten (TCO) zu berücksichtigen.
- Die Hardwarekosten können zwar langfristig reduziert werden, sind aber zu Beginn beträchtlich, da leistungsstarke Server und robuste Speicherlösungen erforderlich sind.
- Die Softwarelizenzierung für Virtualisierungsplattformen, Gastbetriebssysteme und Management-Tools stellt einen erheblichen und laufenden Kostenfaktor dar.
- Die Betriebskosten, einschließlich Strom, Kühlung und dem Bedarf an spezialisiertem IT-Personal, sind kritische Bestandteile der gesamten Kostenstruktur.
- Versteckte Kosten wie die Ausbreitung virtueller Maschinen, Schulungen und Migrationen können sich negativ auf die Kapitalrendite auswirken, wenn sie nicht effektiv gemanagt werden.
Die Kosten der Virtualisierung werden oft missverstanden, und der Markt wird im Jahr 2025 erhebliche Umwälzungen erleben, die vor allem auf große Veränderungen bei der Lizenzierung und Preisgestaltung von Schlüsselakteuren wie Broadcoms VMware zurückzuführen sind. Während die Virtualisierung durch die Konsolidierung physischer Server erhebliche Einsparungen verspricht, können die Gesamtbetriebskosten (TCO) deutlich höher ausfallen als erwartet. Viele Organisationen konzentrieren sich auf die anfänglichen Hardware- und Softwareanschaffungen, doch die wahren Kosten der Virtualisierung gehen weit über diese anfänglichen Investitionsausgaben hinaus. Versteckte Kosten, Betriebskosten und die Komplexität der Cloud-Integration können die erwartete Kapitalrendite (ROI) schnell schmälern. Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, müssen IT- und Finanzverantwortliche über den reinen Preis hinausblicken und die gesamten Lebenszykluskosten ihrer Virtualisierungsstrategie berücksichtigen.
Aufschlüsselung der Virtualisierungskosten
Um die wahren Kosten der Virtualisierung zu verstehen, ist eine detaillierte Aufschlüsselung aller Einflussfaktoren erforderlich. Diese Kosten lassen sich in vier Hauptbereiche unterteilen: Investitionsausgaben (CapEx), Betriebskosten (OpEx), Kosten für Cloud-Migration und Hybrid-Support sowie versteckte oder variable Kosten. Jede dieser Kategorien stellt einen bedeutenden Teil der Gesamtinvestition dar und muss bei der Planung und Budgetierung einer virtualisierten Umgebung sorgfältig berücksichtigt werden.
| Kostenkategorie | Beschreibung | Beispiele |
| Investitionsausgaben (CapEx) | Vorabinvestitionen in Hardware und Software. | Server, Speichersysteme, Netzwerkgeräte, Hypervisor-Lizenzen. |
| Betriebskosten (OpEx) | Laufende Kosten für Instandhaltung und Verwaltung. | Software-Abonnements, Supportverträge, Strom und Kühlung, Gehälter der IT-Mitarbeiter. |
| Kosten der Cloud-Migration | Kosten im Zusammenhang mit dem Wechsel zu einer Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebung. | Neuarchitektur von Anwendungen, Gebühren für Datenübertragungen, Multicloud-Management-Tools. |
| Versteckte und variable Kosten | Oft übersehene Kosten, die sich auf die Gesamtbetriebskosten auswirken können. | Überprovisionierung, Lizenzgebühren, Datensicherung und Notfallwiederherstellung, Sicherheit. |
Investitionsausgaben (CapEx)
Die Investitionsausgaben stellen die Vorabinvestitionen dar, die für den Aufbau einer virtualisierten Infrastruktur erforderlich sind. Diese Kosten fallen typischerweise zu Beginn eines Projekts an und umfassen:
Hardware: Hierzu gehören die Server, Speichersysteme und Netzwerkgeräte, die zur Unterstützung der virtualisierten Umgebung erforderlich sind. Die Kosten für die Hardware können je nach Größe und Leistungsanforderungen der Organisation erheblich variieren.
Lizenzierung für Hypervisoren und Virtualisierungsmanagement: Der Hypervisor ist die Software, die virtuelle Maschinen erstellt und ausführt. Zusätzlich zum Hypervisor müssen Unternehmen möglicherweise auch Lizenzen für Virtualisierungsmanagement-Software erwerben, die eine zentrale Plattform für die Verwaltung der virtualisierten Umgebung bietet.
Dienstleistungen für die Erstbereitstellung und Integration: Die Bereitstellung und Integration einer neuen Virtualisierungsplattform kann ein komplexer und zeitaufwändiger Prozess sein. Viele Organisationen entscheiden sich dafür, externe Berater oder Dienstleister mit der Ersteinrichtung und Konfiguration zu beauftragen.
Betriebskosten (OpEx)
Betriebskosten sind die laufenden Kosten, die mit der Wartung und Verwaltung einer virtualisierten Umgebung verbunden sind. Diese Kosten fallen typischerweise regelmäßig an und umfassen:
Laufende Softwarelizenz-/Abonnementgebühren: Viele Softwareanbieter sind von einem unbefristeten Lizenzmodell auf ein abonnementbasiertes Modell umgestiegen. Dies bedeutet, dass Organisationen eine wiederkehrende Gebühr zahlen müssen, um die Software weiterhin nutzen zu können.
Wartungs- und Supportverträge: Wartungs- und Supportverträge bieten Zugang zu technischem Support und Software-Updates. Diese Verträge sind unerlässlich, um die Stabilität und Sicherheit der virtualisierten Umgebung zu gewährleisten.
Energie, Kühlung und Platzbedarf: Virtualisierte Umgebungen können einen erheblichen Energieverbrauch und eine starke Wärmeentwicklung aufweisen. Organisationen müssen die Kosten für Strom, Kühlung und den benötigten physischen Platz für die Unterbringung der Infrastruktur berücksichtigen.
IT-Personalaufwand: Die Verwaltung einer virtualisierten Umgebung erfordert ein qualifiziertes IT-Team. Die Kosten für Gehälter, Sozialleistungen und Schulungen des IT-Personals müssen in die Gesamtbetriebskostenberechnung einbezogen werden.
Kosten der Cloud-Migration und des Hybrid-Supports
Da immer mehr Unternehmen eine Hybrid-Cloud-Strategie verfolgen, sind die Kosten für die Migration und Verwaltung von Workloads über verschiedene Umgebungen hinweg zu einem wichtigen Faktor geworden. Diese Kosten umfassen:
Anforderungen an die Neuarchitektur von Anwendungen: Die Migration von Anwendungen in die Cloud kann eine Neuarchitektur erfordern, um die Vorteile cloudnativer Dienste nutzen zu können. Dies kann ein komplexer und kostspieliger Prozess sein.
Datentransfer und -speicherung in Cloud-Umgebungen: Das Verschieben großer Datenmengen zwischen lokalen und Cloud-Umgebungen kann kostspielig sein. Organisationen müssen auch die laufenden Kosten für die Speicherung von Daten in der Cloud berücksichtigen.
Umgang mit Multicloud-Komplexität: Die Verwaltung von Workloads über mehrere Cloud-Anbieter hinweg kann eine Herausforderung darstellen. Organisationen müssen möglicherweise in neue Tools und Prozesse investieren, um eine Multi-Cloud-Umgebung effektiv zu verwalten.
Versteckte und variable Kosten
Zusätzlich zu den offensichtlichen Kosten gibt es auch eine Reihe versteckter und variabler Kosten, die sich auf die Gesamtbetriebskosten der Virtualisierung auswirken können. Diese Kosten umfassen:
Überdimensionierte oder unterausgelastete Ressourcen: Es ist üblich, dass Organisationen Ressourcen überdimensionieren, um sicherzustellen, dass sie über genügend Kapazität verfügen, um die zukünftige Nachfrage zu decken. Dies kann jedoch zu einer Unterauslastung der Ressourcen und zu Geldverschwendung führen.
Lizenzstrafen oder Anbieterbindung: Manche Softwareanbieter haben komplexe Lizenzvereinbarungen, die bei Nichteinhaltung zu Strafen führen können. Organisationen können sich zudem an einen bestimmten Anbieter gebunden fühlen, was den Wechsel zu einer kostengünstigeren Lösung erschwert.
Aufwand für Datensicherung und Notfallwiederherstellung: Der Schutz von Daten in einer virtualisierten Umgebung ist von entscheidender Bedeutung. Die Kosten für Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen müssen in die Gesamtbetriebskostenberechnung einbezogen werden.
Migrationskosten zu einer alternativen Plattform: Da sich die Marktdynamik ändert, sind die Kosten für die Umstellung auf eine neue Plattform – einschließlich Arbeitsaufwand für die Migration, Schulungen für neue Systeme und potenzieller Ausfallzeiten – zu einem erheblichen versteckten Kostenfaktor für Unternehmen geworden, die sich von ihren bisherigen Anbietern abwenden.
Sicherheitskosten in virtualisierten Umgebungen
Während die Virtualisierung zu erheblichen Kosteneinsparungen bei Hardware und Betrieb führen kann, bringt sie eine Reihe einzigartiger Sicherheitsherausforderungen mit sich, die ihrerseits mit Kosten verbunden sind. Organisationen müssen bereit sein, in neue Sicherheitsmaßnahmen zu investieren, um ihre virtualisierte Infrastruktur zu schützen.
Einer der Hauptkostenfaktoren für die Sicherheit in virtualisierten Umgebungen ist der Bedarf an spezialisierten Sicherheitslösungen. Herkömmliche Sicherheitstools sind oft nicht darauf ausgelegt, mit der dynamischen Natur virtueller Maschinen (VMs) umzugehen, was den Bedarf an neuer Software und Appliances zur Folge hat, die sowohl den Hypervisor als auch die VMs selbst sichern können. Diese Lösungen bringen oft eigene Lizenzgebühren und Implementierungskosten mit sich.
Ein weiterer bedeutender Kostenfaktor sind die potenziell erhöhten Ausgaben im Zusammenhang mit Sicherheitsverletzungen. Die Vernetzung der VMs bedeutet, dass eine einzige kompromittierte VM schnell zu einem umfassenden Sicherheitsvorfall führen kann, wodurch sich die Kosten für die Wiederherstellung im Vergleich zu einer herkömmlichen IT-Umgebung potenziell verdoppeln. Dies erfordert eine robustere und proaktivere Sicherheitsstrategie, was die Betriebskosten erhöhen kann. Beispielsweise beliefen sich die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung im Jahr 2025 auf 4,44 Millionen US-Dollar (IBM), was die finanziellen Auswirkungen unzureichender Sicherheit in virtualisierten Umgebungen unterstreicht.
Darüber hinaus kann die Komplexität virtualisierter Umgebungen zu höheren Verwaltungs- und Managementkosten führen. Das IT-Personal benötigt möglicherweise zusätzliche Schulungen, um die virtuelle Infrastruktur effektiv zu verwalten und zu sichern. Die dynamische Natur von VMs erschwert zudem die Aufrechterhaltung konsistenter Sicherheitsrichtlinien und -konfigurationen, was den Einsatz ausgefeilterer Überwachungs- und Verwaltungstools erforderlich macht.
Schließlich müssen Organisationen auch die mit der Einhaltung der Vorschriften verbundenen Kosten berücksichtigen. Viele Branchen unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen, die vorschreiben, wie Daten gespeichert und geschützt werden. In einer virtualisierten Umgebung kann die Erfüllung dieser Anforderungen komplexer sein und zusätzliche Investitionen in Sicherheits- und Überwachungstools erfordern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Virtualisierung zwar viele Vorteile bietet, es aber unerlässlich ist, die damit verbundenen Sicherheitskosten zu berücksichtigen. Eine umfassende Sicherheitsstrategie, die den besonderen Herausforderungen virtualisierter Umgebungen gerecht wird, ist unerlässlich, um die Infrastruktur und die Daten zu schützen und eine positive Kapitalrendite zu gewährleisten.
Faktoren, die die Kosten beeinflussen
Die Kosten der Virtualisierung können je nach einer Reihe von Faktoren erheblich variieren. Zu diesen Faktoren gehören:
Größe der Umgebung: Je größer die Umgebung, desto höher die Kosten für Hardware, Software und laufende Wartung.
Virtualisierungsplattform: Die Wahl der Virtualisierungsplattform kann einen erheblichen Einfluss auf die Kosten haben. Manche Plattformen sind teurer als andere, und für die Verwaltung mancher Plattformen sind speziellere Kenntnisse erforderlich.
Infrastrukturanforderungen: Die Leistungs- und Verfügbarkeitsanforderungen der Organisation beeinflussen die Kosten der Infrastruktur.
Spezifische Anwendungsfälle: Die spezifischen Anwendungsfälle für die virtualisierte Umgebung wirken sich ebenfalls auf die Kosten aus. Beispielsweise ergeben sich bei der Bereitstellung einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) andere Kostenüberlegungen als bei einem Serverkonsolidierungsprojekt.
Management und Automatisierung: Der Grad an Management und Automatisierung beeinflusst ebenfalls die Kosten. Eine hochautomatisierte Umgebung erfordert zwar höhere Anfangsinvestitionen, kann aber langfristig zu erheblichen Einsparungen führen.
Wie man die Gesamtbetriebskosten und den ROI der Virtualisierung modelliert
Um die Gesamtbetriebskosten (TCO) und den ROI der Virtualisierung präzise zu modellieren, sollten Unternehmen folgende Schritte befolgen:
Berücksichtigen Sie Investitionskosten, Betriebskosten und mögliche Kostenvermeidung: Das TCO-Modell sollte alle mit der Virtualisierung verbundenen Kosten sowie alle potenziellen Kostenvermeidungen durch die Konsolidierung physischer Server umfassen.
Schätzung der Einsparungen durch Konsolidierung von physisch zu virtuell: Das Modell sollte die Einsparungen schätzen, die durch die Konsolidierung physischer Server auf einer virtualisierten Plattform erzielt werden können.
Verwenden Sie einen Lebenszyklus von 3-5 Jahren für die Modellierung: Das TCO-Modell sollte auf einem Lebenszyklus von 3-5 Jahren basieren, um ein genaueres Bild der langfristigen Kosten zu liefern.
Berücksichtigung von Automatisierung und Arbeitskosteneinsparungen: Das Modell sollte auch mögliche Einsparungen durch Automatisierung und reduzierte Arbeitskosten berücksichtigen.
Umweltauswirkungen: Virtualisierung kann den Energieverbrauch und den CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren. Einigen Schätzungen zufolge können Rechenzentren durch den Einsatz von Virtualisierung den Energieverbrauch um bis zu 50 % senken. Dies sollte als ein bedeutender Kostenvermeidungsfaktor in TCO-Modellen berücksichtigt werden.
Durch die Befolgung dieser Schritte können Organisationen ein genaueres TCO- und ROI-Modell für ihre Virtualisierungsstrategie entwickeln. Dies ermöglicht es ihnen, fundiertere Entscheidungen zu treffen und sicherzustellen, dass sie den größtmöglichen Nutzen aus ihrer Investition ziehen.