Was ist Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS)?

Grundsätzlich dient die Disaster Recovery dazu, Geschäftsanwendungen und -daten vor IT-Ausfällen zu schützen, die auf verschiedene Ursachen (z. B. Naturkatastrophen, menschliches Versagen oder Cyberangriffe) zurückzuführen sein können. Wenn ein Rechenzentrum oder auch nur ein Teil davon ausfällt, müssen Unternehmen mit Umsatzeinbußen, Imageschäden und der Gefährdung branchenspezifischer Referenzen (Finanzen, Gesundheit usw.) rechnen. Im Idealfall sollten die Kunden nicht von Ausfällen der Rechenzentren betroffen sein. Die Gewährleistung einer einwandfreien Geschäftskontinuität ist jedoch schwierig und kostspielig, sodass Unternehmen gezwungen sind, Kompromisse zwischen Leistung und Kosten einzugehen. So verfügen beispielsweise nicht alle Unternehmen über das Budget für eine synchronisierte Replikation von Anwendungen und Daten, die einen verlustfreien Disaster-Recovery-Plan (DR) unterstützen kann.

Für eine wachsende Zahl von Unternehmen besteht eine kostengünstige Alternative darin, einen Dienst zu wählen, der ihren extern verwalteten DR-Anforderungen entspricht. DRaaS umfasst die meisten Kernfunktionen eines High-Budget-Unternehmens, jedoch zu einem Bruchteil der Kosten und mit einer deutlich schnelleren Wertschöpfungszeit. In der Regel wird ein Kompromiss angestrebt, bei dem eine Vor-Ort-DR-Lösung ein Wiederherstellungspunktziel (RPO) und/oder ein Wiederherstellungszeitziel (RTO) erreichen kann, das möglichst nahe bei Null liegt. Mit DRaaS-Lösungen lassen sich beide Werte in der Regel innerhalb von Stunden oder sogar Minuten erreichen. Dies ist für viele Unternehmen eine akzeptable Lösung. Daher ist DRaaS vor allem für Unternehmen interessant, die einen moderaten Datenverlust bei dem Vorteil deutlich geringerer TCO verkraften können.

Disaster-Recovery-as-a-Service erklärt
Disaster-Recovery-as-a-Service erklärt

Ein Standarddienstmodell für DRaaS ist ein Basisabonnement, das mit einem Service Level Agreement (SLA) verbunden ist, an die der Service Provider (SP) vertraglich gebunden ist. Einige Anbieter messen auch den ein- und ausgehenden Datenverkehr und erheben zusätzliche Gebühren je nach Nutzung. Das DRaaS-Rechenzentrum wird im Wesentlichen zum DR-Ziel für die lokalen Anwendungen und Daten eines Unternehmens. Sobald eine Verbindung hergestellt ist, schaltet sich ein VPN zwischen den Client und das Rechenzentrum des Anbieters, und Anwendungs-Snapshots werden im DRaaS-Rechenzentrum entsprechend den erforderlichen RPO-Metriken repliziert. Bei einem Ausfall des Rechenzentrums wird der Failover des DRaaS-Rechenzentrums eingeleitet, und der Geschäftsbetrieb wird gemäß dem SLA wiederhergestellt.

Eine gute DRaaS-Lösung umfasst Failover-/Failback-Tests, die während der Geschäftszeiten durchgeführt werden, aber den Kundenbetrieb nicht beeinträchtigen. Sie übernimmt auch die anspruchsvolle Aufgabe, die Netzkonfigurationen im Falle eines Failover zu erhalten, sodass eine IP-Umleitung nicht erforderlich ist. Schließlich vereinfacht eine unternehmensweit gemeinsam genutzte Verwaltungsschnittstelle die betrieblichen Abläufe, was DRaaS-Lösungen von Konkurrenzprodukten unterscheidet. 

Wie funktioniert sie?

Der wesentliche Unterschied zwischen herkömmlicher DR und DRaaS besteht in der Verwaltung des Dienstes. Die grundlegenden Schritte der DR sind in beiden Fällen gleich: Replikation, Failover und Failback.

Replikation

Wenn Anwendungen im DR-Plan eines Unternehmens als schützenswert eingestuft sind, werden in einer den RPO-Anforderungen entsprechenden Frequenz Stateful-Snapshots mit den Daten erstellt. Der so gewonnene Stapel von Snapshots wird im DRaaS-Zieldatenzentrum repliziert, das Gruppen von Snapshots nach einem FIFO-Algorithmus (First-in-First-out) speichert. Im Notfall werden die neuesten Snapshots zu vorrangigen Failover-Zielen.

Failover

Im Notfall wird durch die Auslösung eines Failover-Ereignisses der Endbenutzerzugriff auf Anwendungen und Daten vom primären Rechenzentrum auf das DRaaS-Rechenzentrum übertragen, in dem die letzte Instanz der replizierten Snapshots gespeichert wurden. Dieser Übergangsprozess ist mit dem richtigen Anbieter leicht zu bewältigen. Ein guter DRaaS-Service sollte auch die automatische Erfassung von Snapshots beinhalten, während Anwendungen im Failover-Modus laufen, um ein reibungsloses Failback zu ermöglichen und Datenverluste zu verhindern, sobald der normale Betrieb des primären Rechenzentrums wiederhergestellt ist.

Failback

Sobald der Notfall behoben ist, ermöglicht der Failback-Prozess den Endnutzern wieder den Zugriff auf das primäre Rechenzentrum. Ist der Failback abgeschlossen, beginnt der dreistufige Prozess von Neuem, und das System ist bereit, den nächsten Notfall zu bewältigen.

Zyklische Schritte der DRaaS

DRaaS vs. Backup-as-a-Service (BaaS)

DRaaS schützt Anwendungen und Daten, während BaaS nur Letztere schützt. Aus der Perspektive der Geschäftskontinuität ist DRaaS eine Obermenge von BaaS, da sie zusätzlich zu den Datensicherungsdiensten, die zur Unterstützung dieser Anwendungen benötigt werden, auch Computing-Services umfasst, die die Kontinuität von Anwendungen für Kunden erleichtern. DRaaS bietet auch Sicherheitsrichtlinien auf Anwendungsebene und die Automatisierung von Runbooks, um Failover/Failback und die damit verbundenen Tests zu organisieren. BaaS-Lösungen sind komplizierter in der manuellen Ausführung, weniger elegant und brauchen länger, um dasselbe Ziel zu erreichen wie eine DRaaS-Lösung.

Was sind die Vorteile von Disaster-Recovery-as-a-Service?

Schnelle Wiederherstellung mit minimaler Ausfallzeit

Mit DRaaS können Unternehmen den Betrieb fortsetzen und wichtige Ressourcen innerhalb von Stunden oder sogar Minuten wiederherstellen, je nach SLAs.

Eine kostengünstige Lösung

Aufgrund von Skaleneffekten kann DRaaS eine Einstiegsmöglichkeit für Unternehmen bieten, die ansonsten wenig Budget haben, um ihr Unternehmen effektiv vor den Auswirkungen von IT-Ausfällen zu schützen.

Erhöhte Flexibilität

Routinedienstleistungen wie Infrastruktur, Strom, Miete, IT-Personal und Lizenzen werden in einem einzigen Service angeboten.

Ressourcen-Optimierung

Da es sich bei DRaaS um eine Cloud-basierte Lösung handelt, ist die Bereitstellung flexibel und bietet den Kunden die Möglichkeit, Verbrauch und Kosten bedarfsgerecht zu gestalten. Dies ist vor allem bei teureren DR-Rechenzentren, die der Kunde erworben hat oder betreibt, von Bedeutung, da die Kapazität in jedem Fall im Voraus bezahlt werden muss.

Warum sollten sich Unternehmen für DRaaS entscheiden?

Für die meisten Unternehmen ist die IT heute die Lebensader. Richtig eingesetzt, verschafft sie manchen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil, während andere mehr Zeit für ihre Kerntätigkeiten haben, sei es das Unterrichten in einem Schulsystem, das Einreichen einer Klage oder das Betreiben eines Lebensmittelgeschäfts. Diese Gewissheit ermöglicht es Unternehmen, ihr Bestes zu geben. Eine gute DRaaS-Lösung kann ein wichtiger Bestandteil dieser Ziele sein.

Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Notfällen ist DR für viele Unternehmen von größter Bedeutung. DRaaS ermöglicht Unternehmen mit knappem Budget Zugang zu den Tools, die sie benötigen, um die Geschäftskontinuität auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten. Da es sich um eine Cloud-basierte Technologie handelt, bietet DRaaS den Kunden die Flexibilität, ihren DR-Bedarf zu erweitern, wenn ihr Unternehmen wächst.

DRaaS hat sich als praktikable und kostengünstige Alternative zum Aufbau eines DR-Rechenzentrums erwiesen, das die meiste Zeit ungenutzt bleiben könnte. Sie ermöglicht es Unternehmen auch, CapEx in OpEx umzuwandeln und so Ressourcen für andere Geschäftsbereiche freizusetzen. Auch wenn DRaaS nicht die Lösung für jedes Problem ist, so ist sie doch eine der beliebtesten Lösungen.

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