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Die Zukunft des Cloud Computing

Mit dem Aufstieg des Cloud Computing in den vergangenen Jahren hatte man den Eindruck, dass die größten Anbieter in der Lage sind, das zu bieten, was von einer Cloud erwartet wird. Der Eindruck täuscht. Die bisherige Entwicklung der IT zeigt, dass sich immer kleine, verteilte Einheiten durchgesetzt haben. Es geht nicht um vertikale Integration, sondern um Netzwerke von Lieferanten und Partnern.

Von: Nutanix

Wie weit oder wie lange kann etwas gegen den Strich gebürstet werden? Wann hat das Pendel so weit ausgeschlagen, dass es sich wieder in die Gegenrichtung bewegen muss? Wann wird aus „groß“ „monolithisch“ und schlägt die Entwicklung von raschem Wachstum in Stillstand um? Die Antworten auf diese Fragen deuten auf die Zukunft des Cloud Computing hin, meint Dheeraj Pandey, Gründer und CEO von Nutanix. Seiner Ansicht nach leben wir in einer Welt, in der große Dinge in kleinere zerfallen und sich dann ausbreiten.

Aus diesem Grund rechnet er auch für den Cloud-Computing-Markt bald mit einer dramatischen Verschiebung. Derzeit wird er von einer Handvoll sehr großer Unternehmen dominiert. Sie sorgen dafür, dass die einst nur in großem Maßstab anwendbare Technik des Cloud-Computings in kleineren Bausteinen verfügbar gemacht wird, damit es überall dort eingesetzt werden kann, wo es gebraucht wird. Während „die Cloud“ anfangs aus in wenigen hundert großen Rechenzentren zentralisiert war, wird laut Pandey künftig alles, was Cloud-Computing ausmacht, durch Software-Innovationen so weit geschrumpft, dass es nahezu unsichtbar wird und damit leichter überall dort eingesetzt werden kann, wo es benötigt wird.

In der Geschichte des Computing gab es eine vergleichbare Entwicklung bereits mehrfach. Am Anfang standen die Großrechner. Sie waren spezifisch für ihren Einsatzzweck gebaute, teure und nur von ihren Erbauern oder hochspezialisierten Experten bedienbar. Mit der Zeit wurden sie immer leistungsfähiger, universeller einsetzbar und das Wissen um ihre Bedienung – die sich allmählich standardisierte – verbreitete sich, bliebt aber Experten vorbehalten.

Dann trat Microsoft auf den Plan und vertrat die Ansicht, man müsse die Rechenleistung auf die Desktops verteilen. Das funktionierte. Microsoft wurde mächtig und beherrschte den Markt. Einziger echter Konkurrent war Apple, dessen Angebot auf Laptops und Desktops sich aber nicht wirklich durchsetzen konnte. Das gelang erst, als Apple die Computer noch kleiner machte und die Rechenleistung auf noch kleinere Einheiten verteilte. Daraus gingen die Smartphones hervor.

Moderne Unternehmen streben gar nicht mehr danach – so wie früher – die gesamte vertikale Lieferkette zu integrieren und zu beherrschen. Sie errichten vielmehr ein Netzwerk, in dem Dienstleister zu Lieferanten werden. So hat zum Beispiel Amazon angefangen. Es konnte sich gegen die etablierten großen Einzelhändler durchsetzen, weil es nicht darauf bestand, alles aus dem eigenen Ladengeschäft anzubieten, sondern sich in vielen Fällen damit begnügte, die Plattform zur Verfügung zu stellen, die andere nutzen können.

Dadurch nahm Amazon auch dann Geld ein, wenn andere Geld verdienten – und konnte sich als zentrale und erste Anlaufstelle für Verbraucher durchsetzen. Nicht als einer, der fast alles anbieten kann, sondern als einer, der immer jemanden kennt, über den man das bekommt, was es nicht anbieten kann.

Auf ähnliche Weise verdrängten Windows-Rechner in den frühen neunziger Jahren Macintosh-Rechner. Microsoft konzentrierte sich darauf, Software zu entwickeln und ließ die PC-Hersteller auch Geld verdienen. Der gesamte Markt wurde dadurch wesentlich größer.

Auch Android schaffte es so gegen Apple, das iPhone und iOS. Android brach den zuvor vertikal integrierten Markt für Smartphones auf, in dem Hardware und Software fest verbunden waren, indem es sich auf die Software konzentrierte. Die Hardware-Hersteller, die diese Software nutzen, sorgten dann für eine Vielfalt an Modellen und Angeboten die den Markt nicht nur rasch wachsen ließ, sondern schließlich dafür sorgte, dass Android heute auf deutlich mehr Smartphone läuft als iOS.

Zurück zum Cloud Computing. Die Vorstellung, dass die Cloud vertikal integriert sein muss und niemand anderes damit Geld verdienen kann, bremst die Marktentwicklung. Der einzige Weg, um von einem Umsatz von 60 oder 70 Milliarden auf eine halbe Billion Dollar zu kommen, ist die konsequenten Verbreitung von Software und die Schaffung eines Netzwerks von Lieferanten, die im Grunde genommen auf diesem Weg Geld verdienen.

So wie PC-Hersteller Geld verdienten, sowie die Gerätehersteller mit Android Geld verdienten, so kann auch Nutanix Geld verdienen. Natürlich startete Nutanix mit eigener Hardware - sie war aber nur das Vehikel für die Software. Heute liefert Nutanix hauptsächlich die Software, die Hardware kommt von einer wachsenden Zahl an Partnern. Man kann heute getrost sagen, dass Nutanix im Softwaregeschäft ist. Es hat niemals riesige, teure Einrichtungen und Rechenzentren mit 10.000 Racks gebaut. Das wäre auch nicht der richtige Weg um gegen Amazon zu bestehen und neben Amazon zu gedeihen.

Der richtige Weg ist es, das was Kunden von Amazon erwarten, in Software darzustellen, zu verteilen und in so kleinen Einheiten bereitzustellen wir nur möglich. Ein halbes Rack kann schon bieten, was von einer Cloud erwartet wird. Die „Cloud“ muss nicht aus 500 Racks oder 5.000 Racks bestehen, sondern es reicht ein halbes Rack.

Das entspricht einem Smartphone, in der Welt der Laptops und Desktops. Oder einem Desktop in der Welt der Mainframes. Die Entwicklung hat sich wiederholt und sie wird sich auch beim Cloud Computing wiederholen: Große, zentrale Einheiten werden in kleine unterteilt, vertikal integrierte Lösungen werden durch Netzwerke von Kooperationspartnern und Lieferanten ersetzt.

Im folgenden dreiminütigen Video, erklärt Dheeraj Pandey, Gründer und CEO von Nutanix, diese hier geschilderte Entwicklung, die seiner Ansicht nach vom Cloud Computing zum „Invisible Computing“ führt - unterstützt durch eine anschauliche Visualisierung seiner Aussagen.