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Die Zukunft der Rechenzentren liegt im Edge Computing

Um das volle Potenzial von IoT-Entwicklern auszuschöpfen und innovative IoT-Anwendungen in großem Maßstab bereitstellen zu können, benötigen Unternehmen neuartige Softwareplattformen. Mit ihnen sollten sich verteilte Edge-Computing-Infrastrukturen und -Anwendungen einfach bereitstellen und verwalten lassen. Sie müssen zudem den Datenfluss zwischen Hunderten oder gar Tausenden von Zugangspunkten, Rechenzentren und der öffentlichen Cloud intelligent verwalten.

Von: Sylvain Siou, Vice President, Systems Engineering, EMEA

In der Geschichte der Menschheit ist in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung immer wieder eine Tendenz zur Zentralisierung feststellbar. Angefangen bei Stämmen und Dörfern über Burgen und Städte bis zu den modernen Großstädten. Oder von den Handels- und Pilgerwegen über befestigte Straßen bis zu vielspurigen Autobahnen. Als Menschen haben wir offenbar eine Neigung dazu, zentralisierte Netzwerke zu schaffen, um den Austausch über einen zentralen Punkt zu fördern.

Seit Beginn der IT werden mit dieser Grundeinstellung auch Computer-Infrastrukturen entworfen. Der Ansatz stößt jetzt jedoch an seine Grenzen: Wie Städte sind auch Rechenzentren immer häufiger damit überfordert, die an sie gestellte Nachfrage zu befriedigen. Mit fortschreitender Digitalisierung und der zunehmenden Adaption des Internets der Dinge werden herkömmliche, Computer-gesteuerte Prozesse bereits heute mit Informationen von mehr als 26 Milliarden vernetzten Objekten belastet. Prognosen zufolge gibt es 2025 mehr als 75 Milliarden IoT-Objekte. Damit wird das Problem sicher nicht kleiner.

IoT-Anwendungen brauchen Rechenleistung vor Ort

Es ist unrealistisch zu glauben, dass die von den bereits verwendeten 25 Milliarden Objekten gesammelten Daten zur Verarbeitung einfach an ein zentrales Rechenzentrum oder sogar an eine Public Cloud gesendet werden können. Selbst wenn das Netzwerk über die für die Verarbeitung des Datenflusses erforderliche Bandbreite verfügen würde, bleibt die aufgrund der Übertragungswege unvermeidliche Latenz ein Problem. Dabei sind die Auswirkungen der zentralen Verarbeitung der Daten noch gar nicht berücksichtigt. Ohnehin ist in vielen Fällen, beispielsweise wenn eine Entscheidung in Echtzeit erforderlich ist, die Verarbeitung von Daten in der Cloud oder in einem zentralen Rechenzentrum schlichtweg unmöglich.

Edge Computing wurde aus der Taufe gehoben, um diese Probleme zu lösen. Gemäß der Definition der Marktbeobachter von IDC ist Edge Computing ein vermaschtes Netzwerk von Mikrodatencentern, die Daten lokal dort verarbeiten können, wo sie generiert wurden. Qualcomm spricht in dem Zusammenhang lieber von "Cloud Edge", andere nennen es "Fog Computing".

Die Diagnose ist jedoch dieselbe: Die Zeit, in der es möglich war, alle anfallenden Daten zentral zu verarbeiten, geht schnell ihrem Ende entgegen. In der IT-Branche erleben wir derzeit daher einen Paradigmenwechsel und stellen immer häufiger auf Szenarien um, in denen Daten lokal verarbeitet werden - entweder direkt von den Geräten oder Sensoren, die sie erfassen, oder von einer nahe bei ihnen eingerichteten "Mikroinfrastruktur".

Nutanix ist überzeugt, dass diese Edge-Server oder Edge-Rechenzentren automatisiert und aus der Ferne verwaltet und völlig autonom arbeiten werden. Diese "Mikroinfrastrukturen" oder sogar die IoT-Geräte selber bieten künftig alle Dienste an, die Entwickler benötigen, um ihre Anwendungen zu hosten, wenn diese auf Rechenleistung zugreifen müssen. Zudem wird die Lösung, die diese „Edge“-Geräte antreibt, auch in der Lage sein müssen, den Informationsfluss intelligent und sicher zu verwalten.

Hyperkonvergenz fürs Edge Computing

Um es kurz zu machen: Unternehmen benötigen am Edge die gleiche Einfachheit wie in ihren Rechenzentren. Doch nicht nur das. Sie benötigen vielmehr eine vollständige und konsistente Lösung, mit der die neue, dezentrale IT bereitgestellt und verwaltet werden kann. Andernfalls ist es aussichtslos, die Bereitstellung von IoT-Anwendungen im großen Stil angehen zu wollen. Die neue Lösung sollte daher die einfache Verwaltung selbst von Millionen von Objekten ermöglichen. Vor allem sollte sie aber eine vollständige Anwendungsplattform bieten, die die Ausführung von Containern und Funktionen ohne Server ermöglicht und alle Arten von integrierten Diensten - einschließlich KI - bietet, um den meisten Anwendungsanforderungen gerecht zu werden.

Die Plattform sollte auch in der Lage sein, den Datenfluss zwischen einzelnen Edge-Bausteinen sowie zwischen den Edge-Geräten und dem Rechenzentrum oder öffentlichen Cloud-Diensten nahtlos zu steuern und abzusichern. Letztendlich sollte solch eine Plattform auch die Bereitstellung von Anwendungen in vernetzten Objekten, Fahrzeugen, Kameras, Mikroservern sowie in Infrastrukturen ermöglichen, die traditionell mit Servern und Storage aufgebaut sind.

Genau für diese Anforderungen wurde unsere Edge-Plattform Xi IoT entwickelt. Sie wird derzeit bereits von mehreren großen Unternehmen verwendet, um innovative IoT-Lösungen bereitzustellen, das Kundenerlebnis zu verbessern oder Industrie-4.0-Projekte voranzutreiben. Xi IoT ist eine Komplettlösung, die die Grundgedanken, Konsistenz und Einfachheit, für die Hyperkonvergenz bekannt ist, bis zum Rand der Netzwerke erweitert, damit Entwickler ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen können und Unternehmen fähig werden, ihre Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und ihre IoT-Anwendungen in großem Maßstab auszurollen.